Mittwoch, 1. April 2026

Metra Blazer von Love Notions

Heute ist wieder MeMadeMittwoch und wir zeigen unsere selbstgenähten Kleidungsstücke.

Diesmal zeige ich ein Projekt, dass ich seit Jahren in der Planung hatte und das ich nun endlich umgesetzt habe, den Metra Blazer von Love Notions. Mir gefiel die Idee eines schlichten Jerseyblazers, aber es war nicht so einfach einen geeigneten Stoff für das Projekt zu finden.


In der Anleitung werden stabile Strickstoffe empfohlen. Ich fand schließlich bei der Stofflounge einen Punta die Roma, ein Deadstock von Stella McCartney in einem schönen Cremeweiß. Aus dem gleichen Stoff in blau habe ich vor zwei Jahren ein Kleid genäht. Fast zwei Jahre lag nun auch der cremefarbene Jersey in meinem Regal und wartete auf seinen Einsatz. Lange war auch schon das Schnittmuster geplottet und ausgeschnitten. Im Januar habe ich bei einem Nähtreffen endlich die Chance ergriffen und begonnen den Blazer zu nähen. Ende Februar wurde er dann endlich fertig.

                                                                Quelle: lovenotions.com

Der Schnitt beinhaltet zwei Kragenvarianten. Ich habe mich für den schmalen Kragen entschieden. Bei der Größe habe ich mich für eine XL entschieden, da ich mit meinen Maßen am oberen Ende dieser Größe liege. Für meinen Geschmack hätte ich eine Größe größer wählen können. Gerade an den Armen sitzt der Blazer relativ eng und auch am oberen Rücken könnte ich etwas mehr Weite vertragen. Durch den dehnbaren Stoff trägt sich der Blazer trotzdem sehr angenehm.


Ich hatte die Erwartung, dass der Blazer relativ leicht zu nähen sei. Er hat übersichtlich viele Schnitteile und ist ungefüttert. Tatsächlich war das exakte Nähen der Pattentaschen in dem Jerseystoff nicht ganz einfach. Die größte Herausforderung war allerdings die Kragenkonstruktion. Der Kragen und der Kragenbeleg werden laut Anleitung gleichzeitig angenäht. An einer Stelle müssen beide Kragenteil eingeschnitten werden und dann exakt bis zu Einschnitt genäht werden. Das ist wirklich schwierig, wenn beiden Kragenteile gleichzeitig angenäht werden und so der Einschnitt auf der Rückseite im Blindflug getroffen werden muss. Nach einigem Auftrennen habe ich es geschafft den Kragen ordentlich anzunähen, aber bei einer weiteren Version würde ich entweder Kragen und Kragenbeleg in zwei Arbeitsschritten annähen oder mit einer Handnaht arbeiten.


Ich finde es etwas schade, dass der Blazer keinen Verschluss besitzt. Da er auch nicht dafür konstruiert ist und vorne nicht überlappt, kann ich auch im Nachhinein keinen Verschluss mehr anbringen.


Trotz des wenig erfreulichen Nähprozesses und der Passformmängel trage ich den Blazer sehr gerne. Ein weißer Blazer passt für viele Anlässe und lässt sich ausgezeichnet kombinieren. Deshalb kann ich nicht ausschließen, dass ich den Schnitt noch einmal nähen würde, dann aber auf jeden Fall eine Größe größer.


Habt einen guten Start in den April.


Donnerstag, 5. März 2026

Bluse Camisa Lillesol

Auf die letzte Minute reihe ich mich beim MeMadeMittwoch ein. Ich habe mir eine weitere Bluse Camisa von Lillesol & Pelle genäht. 



Camisa ist eine klassische Hemdbluse die sich relativ einfach nähen lässt. Sie hat Brustabnäher, ein durchgehendes Rückenteil und Belege an der Knopfleiste und am Halsloch. Durch den Halsbeleg ist der Hemdkragen einfacher zu nähen. Die Ärmelmanschetten habe ich wie schon bei meiner letzten Camisa von der Bluse Brisa (ebenfalls Lillesol) geklaut, weil ich zu diesem klassischen Hemdblusenschnitt auch klassische Ärmelmanschetten zum knöpfen haben wollte. Dazu habe ich die Schnittteile von beiden Blusen übereinander gelegt und von der Camisa an der Armkugel zur Brisa an der Manschette gradiert. Auf die optionalen Abnäher im Rücken- und Vorderteil habe ich diesmal verzichtet. Ich habe nach Maßtabelle Größe 48 genäht.


Der Stoff ist ein etwas schwererer Viskosestretch den ich bei der Stofflounge gekauft habe. Er lies sich ausgezeichnet verarbeiten und trägt sich sehr angenehm.


Die letzten drei Tage war ich auf einer Tagung in Brüssel. Die Bilder entstanden kurz bevor ich abgereist bin. Als Reiseoutfit hat sich die Bluse auf jeden Fall bewährt. 


Donnerstag, 5. Februar 2026

UFO, Hack und Fail

Heute ist wieder MeMadeMittwoch und wir zeigen unsere selbstgenähten Kleidungsstücke. Ich habe gleich drei neue Teile zu zeigen, wobei ich eines davon schon im Frühjar 2025 begonnen hatte.


Die Bluse Kaia von Lillesol & Pelle hatte ich im Frühling letzten Jahres zugeschnitten und mit Einlage bebügelt und sie dann, warum auch immer, nicht genäht. Als ich überlegte was ich für meinen Business Trip nach Frankreich im Januar noch nähen könnte, fiel mir dieses unfertige Objekt wieder ein und ich habe es fertig genäht.

Der Stoff ist ein wunderbarer Viskosejacquard, den ich bei der Stofflounge gekauft habe. Ich habe Größe 45 genäht und die Ärmel mit einer etwas kleineren Nahtzugabe genäht, weil sie sonst relativ eng sitzen. Einen Fehler habe ich beim Zuschnitt gemacht. Die Bluse kann mit oder ohne Manschetten genäht werden. Ich habe die Länge für ohne Manschetten plus die Manschetten zugeschnitten. Die Ärmel sind deshalb viel zu lang. Ich habe die Manschetten nun umgebügelt und schaue mal ob mir der Ärmel so gefällt. 


Weil ich Sorge hatte in der Viskosebluse zu frieren, habe ich noch einen Pullunder für darüber genäht. Weil ich keinen Pullunderschnitt gefunden habe der mir gefiel, habe ich den Schnitt der Weste Zehra aus der Fibre Mood gehackt. Die Länge habe ich gekürzt und ein Bündchen angenäht. Die Schultern habe ich deutlich verschmälert und das Armloch vergrößert. Der Sitz ist nicht perfekt, aber der Pullunder ist gut tragbar. Auch die Armabschlüsse und das Halsloch habe ich mit Bündchentechnik gearbeitet.


Der Stoff ist ein Jacquardstrick den ich vor Jahren mal auf einem Messe von einem Restetisch mitgenommen habe.


Zum Schluss kommt noch mein leider mißlungenes Werk. Ich hatte vor einiger Zeit im Abverkauf sehr günstig ein stretchiges Kunstleder gekauft. Es schien mir stretchig genug, um die Mountain View Pull on Jeans von Itch to Stitch daraus zu nähen. Ich habe Größe 16 genäht, weil ich diese Größe aus einem ähnlich stretchigen Material genäht hatte und mir diese Hose sehr gut passt.


Leider war das Kunstleder doch nicht stretchig genug und auch nicht robust genug für eine Hose. Die Hose sitzt etwas zu eng, aber viel gravierender ist, dass das Kustleder beim Tragen Risse bekommen hat. Ich weiß nicht ob ich das Experiment mit einem anderen Kustleder nochmal wiederhole. Grundsätzlich würde mir eine Hose in diesem Stil schon gut gefallen.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Bluse Brisa - Lillesol & Pelle

Heute ist der erste Mittwoch des neuen Jahres und wir treffen uns zum Jahresrückblick auf dem MeMadeMittwoch Blog. Ich wünsche dem MeMadeMittwoch Team und allen Leserinnen ein gutes neues Jahr.

Im vergangenen Jahr habe ich nicht extrem viel für mich genäht. Es entstanden drei Hosen, vier Shirts, zwei Kleider, ein Sweatshirt, vier Blusen, zwei Cardigans, drei Tops und drei Schlafanzüge. Am meisten getragen habe ich davon meine Schlafanzüge. Die Kleider waren die aufwändigsten Nähprojekte. Leider bin ich nicht mit allen Projekten zufrieden, teilweise war der Stoff von schlechter Qualität und ich musste die Teile nach einigen Monaten Tragen verabschieden. Alle drei Hosen hatten Passformprobleme, vor allem auch, weil sich über das Jahr meine Maße immer wieder verändert haben. 

Die wenigsten Projekte haben es vor die Kamera geschafft. Da ich in diesem Jahr noch nichts neues genäht habe, habe ich eine Bluse aus dem November fotografiert und stelle sie heute vor. Es ist die Bluse Brisa von Lillesol & Pelle, die der der Lillesol Schnittzeljagd war. 



Die Bluse hatte ich schon ins Auge gefasst seit das Schnittmuster erschienen war und ich freute mich über die Gelegenheit die Bluse zu nähen. Der Schnitt ist relativ klassisch mit einer angesetzten Knopfleiste, einem klassischen Kragen mit Kragensteg und einen V-Ausschnitt. Die Ärmel werden mit klassischen Manschetten gearbeitet. Das Rückenteil wird mit einer Passe gearbeitet und das weitere Unterteil eingekräuselt. Ich habe Größe 48 ohne Änderungen genäht.


Da der Schnitt auf fließende Stoffe ausgelegt ist, habe ich mich für einen Viskosesatin entschieden, den ich im Betty Barclay Stoffverkauf in Nussloch gekauft habe. Der Stoff stellte mich bei der Verarbeitung vor einige Herausforderungen. Durch die Glatte Oberfläche wollten die Teile beim Nähen nicht aufeinander bleiben und ich musste mir mit unzähligen Stecknadeln behelfen. Außerdem franste der Stoff extrem und war zudem noch sehr empfindlich. Zum Glück sieht man auf dem unruhigen Druck kleine Fehler nicht.


Bei einigen Nähschritten habe ich mich für eine sauberere Verarbeitung als in der Anleitung angegeben entschieden. So habe ich die Passe zweimal zugeschnitten und mit der Burrito Methode genäht. Die Knopfleiste sollte einfach nur angenäht und dann versäubert werden. Hier habe ich den extra Schritt gemacht erst die äußere Knopfleiste anzunähen, dann die innere Knopfleiste nach innen zu schlagen uns sie im Nahtschatten anzunähen. 


Den Bund habe ich zweimal umgeschlagen und angenäht. Das war keine gute Entscheidung, denn der Stoff ist relativ dick und der Saum ist etwas wulstig geworden. Ich hätte hier besser der Anleitung folgen sollen, die vorgibt den Saum zu versäubern und nur einmal umzuschlagen. 

Mir gefällt die fertige Bluse gut, auch wenn sie nicht perfekt geworden ist. Wahrscheinlich werde ich sie aber nicht noch einmal nähen, weil es andere Blusenschnitte gibt die mir besser gefallen.

Hoffentlich schaffe ich es dieses Jahr häufiger Fotos zu machen und meine genähten Sachen zu zeigen. Ich habe auf jeden Fall schon Pläne gemacht und begonnen meine UFOs vom letzten Jahr abzuarbeiten.