Dienstag, 19. Januar 2021

Outdoor Jumi

Die geliebte Einhorn Jacke meiner Tochter ist endgültig zu klein geworden (auch wenn sie das noch nicht so ganz wahr haben will....) und da man gerade nicht einfach in ein Geschäft gehen und eine neue kaufen kann, habe ich eine neue genäht. Einen wasserabweisenden Softshell mit Fleeceabseite hatte ich noch im Bestand.


Ich habe mich für den Schnitt Outdoor Jumi von RosaRosa entschieden. Ein wirklich süßer Schnitt der allerdings für Softshell ganz geeignet ist. Oder besser, die Variante mit eingekräuseltem Unterteil die ich genäht habe ist nicht so ganz optimal für Softshell, weil das Material relativ steif ist. Der Schnitt ist sehr variantenreich und die einfache Variante wäre sicher besser geworden. Jumi kann entweder Gefüttert oder ungefüttert genäht werden. Ich habe den Softshell nicht gefüttert und das Unterteil um Taschen ergänzt die eigentlich zu einer anderen Variante gehört.


Die Kapuze habe ich mit einem Baumwollstoff gefüttert. Weil ich auf Belege verzichtet habe (diese sind im Schnitt auch nicht enthalten) habe ich den Halsausschnitt und auch die Kanten des Reißverschlusses mit einem Schrägband versäubert. Allerdings habe ich auch hier nicht mitgedacht und die Schrägbänder nicht gleich in der Naht mit gefasst. Auch den Reißverschluss in passender Länge hatte ich noch im Vorrat. 


Die Ärmel habe ich einfach gesäumt und durch den Saum einen Gummi eingezogen. 


Die Bilder mit fröhlichem Kind täuschen übrigens über die Tatsache hinweg, dass sie die Jacke nicht ausstehen kann. Sie findet sie zu lang und gänzlich unpassend und weigert sich die Jacke zu tragen. Für die Bilder habe ich alle meine Überredungskünste angewendet. Durch den Spaß im Schnee hatte sie zum Glück ganz schnell vergessen was für eine scheußliche Jacke sie anziehen musste. Ich wollte ja eigentlich keine Jacke nähen sondern lieber eine kaufen, weil ich das Drama schon vorhersehen konnte. Der von mir genähte Softshellanzug wird ebenfalls abgelehnt, obwohl sie Stoff und Schnitt selber aussuchen durfte. Das Thema haben wir übrigens nur mit Jacken. Sonst zieht sie die von mir genähte Kleidung mit Begeisterung an.


Auf Wunsch der Tochter habe ich eine Zipfelkapuze genäht. Das war auch nicht die beste Wahl, auf den Fotos ist zu sehen warum. Außerdem wird die Einhorn Applikation verdeckt, die ich mühevoll aufgenäht habe. Ihr seht, insgesamt war das nicht mein durchdachtestes Projekt.



Ich wenn die Jacke nicht ganz perfekt ist, gefällt sie mir trotzdem sehr und ich finde es schon schade, dass meine Tochter sie überhaupt nicht tragen mag und sich lieber in die viel zu kleine alte Jacke quetscht. Ich hoffe, dass sie die Jacke mit der Zeit doch noch akzeptieren wird.


Auch die neue Jacke musste wieder ein Einhorn haben. Ich habe ein Einhorn aus Softshellresten mit der Flauschseite nach außen nach einer Vorlage von HILDmade appliziert. 


Weitere kreative Werke sind bei DvD und The Creative Lover zu finden.

Habt einen schönen Dienstag

Eure Julia

Sonntag, 17. Januar 2021

Jahr der Miniaturen - Kinderspiel

Kinderspiel ist das Thema der zweiten Wochen im Jahr der Miniaturen von Frau Nahtlust. Meine Tochter hat ein Puzzle unterm Weihnachtsbaum zum Thema gemalt. Ich habe wieder eine Kreuzstichvorlage gezeichnet und dann gestickt. Wie schon beim Thema Flügel habe ich auf Karopapier vorgezeichnet, die Karos dabei geviertelt, das Motiv dann auf ein Bügelvlies übertragen, dieses auf den Stoff aufgebügelt und dann gestickt. Mein zweites Motiv ging mir schon viel leichter von der Hand. Gestickt habe ich mit Sticktwist, den ich geviertelt habe, sodass das Garn nur noch zweifädig war.




Auch für die nächsten Themen habe ich schon Kreuzstichvorlagen vorgezeichnet. Nur das Thema Stille will sich bisher nicht in ein Motiv umsetzen lassen. 

Flügel, 2 Kinderspiel

Nächste Woche geht es mit dem Thema Stille weiter.

Habt einen guten Start in die Woche.

Eure Julia

Samstag, 16. Januar 2021

2020 Kinderkleidung

 Im letzen Jahr habe ich so viel Kinderkleidung genäht wie noch nie. Die Geschäfte hatten einige Monate geschlossen, sodass es nicht so einfach möglich war Kleidung zu kaufen und es fanden keine Second Hand Basare statt auf denen ich sonst die sebstgenähte Garderobe des Tochterkindes ergänzt habe. An gekaufter Kleidung gab es 2020 Jahr deshalb nur eine Schneehose, eine Basecap, ein paar Leggins und einen Tüllrock.


Selbstgenäht habe ich alle anderen Kleidungsstücke die gebraucht wurden und sicher auch einige Sachen ohne die das Kind auch zurecht gekommen wäre, die ich aber gerne nähen wollte. Nachdem Das Kind seine Liebe zu Nachthemden entdeckt hat, habe ich davon gleich mehrere genäht nach einem Burdaschnitt.


Nachdem das Töchterchen Anfang des Jahres mit Ballett angefangen hatte, habe ich einige Stoffe mit Ballettmotiven gekauft und daraus einige Teile genäht, z.B. dieses Kleid nach einem Ottobre Schnitt.


Die Jeans nach einem La Maison Victor Schnitt war ein totaler Reinfall. Sie wurde kein einziges Mal getragen, obwohl sie eigentlich gut passt. Angeblich sind feste Hosen einfach zu unbequem.


Deshalb habe ich Leggins im Accord genäht, aus Jersey oder wie hier aus kuscheligen Stoffen wie Nicki und Sweat. Diese wurden zu Kleidern und Röcken oder auch einfach zum T-Shirt kombiniert.


Den Rock Rapunzel von Firlefanz finde ich ganz besonders hübsch.


Heiß geliebt wird der selbstgenähte Ballettbody aus einem Design von Stoff & Liebe und einer alten Gardine.


Dieses Set aus zwei Ottobreschnitten gefällt mir ausgesprochen gut. Das Kind hat beide Sachen getragen, aber die richtig große Liebe war es nicht. 




Mit diesem Jumpsuit nach einem Ottobre Schnitt habe ich richtig ins Schwarze getroffen. Ich finde das Teil aus Lillestoff Modaljersey auch richtig schick. Leider habe ich schon die größte Größe genäht. 


Der Jumpsuit aus Softshell ist aus Mamasicht ein sehr praktisches Teil, das Kind findet ihn aber eher uncool und würde gerne lieber dünne Sommerjacke tragen. Wir haben immer viel Spaß (nicht!!!!!) wenn das Wetter nach einem Overall verlangt. Der Schnitt ist von Meine Herzenswelt. 




                                       



Dann gab es Kleider, Kleider und nochmals Kleider. Oben ein Ottobre Schnitt, darunter der AnniNanni Mädchentraum (der Schnitt wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt), das Stufenkleid von Lillesol & Pelle, ein Burdakleid aus einem verrückten Nilpferdstoff und das Eisbärenkleid nach eine Ottobre Schnitt. Alle Kleider werden vom Tochterkind geliebt. Das AnniNanni Kleid ist wegen seiner goldenen Farbe eines ihrer Favoriten.


Dann gab es noch ein Geburtstagskleid zum sechsten Geburtstag (AnniNanni Kuschelkleid, der Schnitt wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt).



Zu Weihnachten habe ich dann einen ganz besonderen Mädchentraum genäht: das Kleid Abriella von Violette Field Threads aus Taft und Regenbogentüll. 


Dazu habe es noch Flügel nach einem Schnitt von Twig and Tale. Ich hätte kein besseres Geschenk machen können!.

Die hier gezeigte Sammlung ist nur eine Auswahl. Ich habe wirklich viel genäht und nicht alles hat es vor die Kamera geschafft. Auch für andere Kinder habe ich hin und wieder genäht, z.B. für meinen Patensohn und seinen großen Bruder.



Den Januar habe ich gleich mal damit begonnen eine Jacke fürs Töchterchen zu nähen. Außerdem werden neue Sommerschlafanzüge und T-Shirts gebraucht. Auch der Bedarf an Leggins reißt nicht ab und es wird sicher auch einige neue Sommerkleider geben. Nachdem der Jumpsuit so gut ankam, werde ich vielleicht noch einen weiteren nähen. 

Bei Augensterns Welt werden die Jahresrückblicke gesammelt.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Julia


Donnerstag, 14. Januar 2021

AnniNanni Outdoorjacke Windkuschler

Der Schnitt wurde mir zum Probenähen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im Dezember habe ich fleißig den neuen Schnitt von AnniNanni probegenäht, die Outdoorjacke Windkuschler. Zunächst ein Probeteil aus einer Tischdecke und nachdem ich sicher war, dass mir die Jacke passen würde, ein Exemplar aus EtaProof.


Die Jacke ist für leichte Outdoorstoffe konzipiert und wird komplett gefüttert. Sie hat Raglanärmel und Brustabnäher. Das besondere an der Racke ist der hohe Kragen und die raffinierten Taschen. Diese werden vierlagig gearbeitet und hat somit zwei Taschenbeutel übereinander. So fallen Gegenstände nicht aus der Tasche, wenn die Hände hinein gesteckt werden. Bei der Tasche muss sehr genau gearbeitet werden sonst sieht es murksig aus. Meine sollte man besser nicht so genau von Nahem anschauen. Eigentlich hat der Schnitt auch eine Kapuze, die ich aber weg gelassen habe.


Auch an anderen Stellen der Jacke sollte sehr genau gearbeitet werden, zum Beispiel bei dem eingesetzten Kragen. Das ist mir tatsächlich sehr gut gelungen. Für die Jacke sollte man Geduld und etwas Näherfahrung mitbringen. Ich habe schon einige Jacken genäht und trotzdem sicher ca. 20 Stunden an dem Stück gearbeitet.

Als Stoff habe ich zum ersten Mal EtaProof, eine regenabweisende Baumwolle verwendet (Bezugsquelle Extremtextil). Der Stoff ist nicht gerade billig, aber die Qualität hat mich wirklich überzeugt. Das Material ist ganz leicht und trotzdem wind- und wasserabweisend. Als Futter habe ich einen Viscose Futterstoff verwendet, für das Kragenfutter einen dünnen Cordstoff. 

Ich habe Größe 48 bis auf das Kürzen der Ärmel ohne Anpassung genäht. Im finalen Schnitt sind die Taschen noch etwas größer als bei meiner Version. Näht bei so einem aufwändigen (und teuren) Projekt unbedingt ein Probeteil. Ich lagere ausrangierte Tischdecken oder Bettwäsche zu diesem Zweck oder nutze Stoffe die ich sonst nicht mehr vernähen würde. Bei einer Jacke reicht es Vorder- und Rückenteil sowie Ärmel zusammen zu nähen, um die Passform zu überprüfen.

Für die aktuellen Temperaturen ist die Jacke zu dünn und ich freue mich schon sie im Frühling wieder zu tragen.

Habt einen schönen Donnerstag.

Eure Julia

Verlinkt zu Du für Dich am Donnerstag und Creative Lovers

Sonntag, 10. Januar 2021

Jahr der Miniaturen

Meine sechsjährige Tochter und ich haben begonnen an den Themen für das Jahr der Miniaturen von Frau Nahtlust zu arbeiten. Jede Woche gibt es ein neues Thema und die Arbeiten dürfen nicht größer als 15x15 cm sein.

Meine Tochter hat zum ersten Thema Flügel einen Engel gemalt. Ich habe meinen Sickrahmen hervor geholt und mit Kreuzstich eine Feder gestickt.


Das Motiv habe ich auf kariertes Papier gezeichnet, wobei ich die Kästchen nochmal geviertelt habe. Dann habe ich die Kästchen auf ein Vlies übertragen und dieses auf einen gröberen Baumwollstoff aufgebügelt. 
Das Stickgarn habe ich gedrittelt und mit zwei Fäden des vorher sechsfädigen Garnes gestickt. Dem Ergebnis ist anzusehen, dass ich seit ca. 30 Jahren nicht mehr mit der Hand gestickt habe, es gefällt mir aber trotzdem gut. Der Rahmen hat einen Durchmesser von 15 cm, die Feder ist ca. 6 cm lang. 

Das Thema der nächsten Woche ist Kinderspiel. Meine Tochter hat ihre Arbeit schon abgeliefert. Ich werde mit dem Sticken weiter machen und habe schon ein Motiv vorgezeichnet. 

Habt einen guten Start in die Woche.

Eure Julia

Mittwoch, 6. Januar 2021

Mein Blogjahr 2020

Das Jahr 2021 hat schon mal großartig angefangen. Ich hab nämlich meine erste richtige Jeans genäht, mein neues Objektiv wurde geliefert und ich habe spontan von meinem Corona Bonus eine Coverlock Maschine erstanden. So kann das Jahr jetzt bitte weiter gehen. 

Ein Fazit zu meinem genähten Kleiderschrank 2020 habe ich letzte Woche schon geschrieben. 

Einige Aktionen haben mein Blogjahr begleitet und meinem kreativen Schaffen eine gewisse Struktur gegeben.

So habe ich einige Male bei den Stoffspielereien mitgemacht,


Mich an der Sew Your Wardrobe Basics Challenge von Sea of Teal monatlich beteiligt


und mich zwei Mal an einem Module Sew-Along von Tomkat Stitchery beteiligt. 


Auch das Probenähen für AnniNanni und Fabelwald hat mich das Jahr über begleitet. 



Weniger erfolgreich war ich bei den Blogvorhaben, die ich ohne äußeren Antrieb gestartet habe. So habe ich es schon bald aufgegeben Monatspläne zu veröffentlichen, wie ich es zu Anfang des Jahres geplant hatte und auch die Sammlung neu erschienener Kinderschnittmuster schlief nach einigen Wochen wieder ein. Hier hatte ich den Aufwand unterschätzt.

Etliche meiner genähten Sachen haben es im letzten Jahr nicht auf den Blog geschafft. Das lag vor allem an meinem mangelhaften Fotoequipment. Bis zum Sommer habe ich mit meiner schon ziemlich desolaten alten Spiegelreflexkamera hantiert. Ab dem Sommer hatte ich dann zwar eine neue Kamera, war mit ihr aber noch nicht vertraut und es fehlte ein geeignetes Objektiv für Portraitaufnahmen. Mit meiner heute eingezogenen Neuanschaffung ist dieser Missstand nun aber endlich behoben. 

Auch für das Tochterkind habe ich sehr viel genäht. das ist aber einen eigenen Rückblick wert.


Privat und beruflich war 2020 ein gutes Jahr. Meine Familie ist relativ glimpflich durch die Zeit mit geschlossenem Kindergarten gekommen, dank der nebenan wohnenden Großeltern die einen Großteil der Betreuung übernommen haben und auch aktuell wieder einspringen. Ich habe sehr viel gearbeitet, hatte aber Dank Homeoffice und des Wegfalls des Fahrtweges mehr Zeit für meine Familie. Nachdem das Kind im Frühjahr das Fahrradfahren gelernt hatte, haben wir auf dem Fahrrad unsere neue Heimat entdeckt. 2019 sind wir von der Vorderpfalz in die Südpfalz gezogen. Seit dem wohnen wir in unserer komfortablen Eigentumswohnung und meine Eltern wohnen im Nachbarhaus. So war "zu hause bleiben" gar nicht so schwer für uns, weil wir uns in unseren eigenen vier Wänden richtig wohl fühlen. 

Ich blicke motiviert und zuversichtlich ins neue Jahr.


Für das Blogjahr 2021 stecke ich die Ziele niedrig. Ich möchte meine Fotos wieder verbessern und regelmäßig meine genähten Werke zeigen. Gerne möchte ich etwas tiefer in das Thema Jeansnähen einsteigen und euch auf diese Reise mitnehmen. 

Auf dem Blog von Augensterns Welt findet ihr gesammelte Jahresrückblicke. Dor reihe ich mich natürlich auch gerne ein.

Meine erste selbstgenähte Jeans

Das Nähen einer Jeans stand schon seit langem auf dem Plan, aber mein Respekt vor diesem Projekt war groß. Nun habe ich meine erste richtige Jeans gleich als erstes Nähprojekt im neuen Jahr umgesetzt und es war gar nicht so schlimm wie gedacht.


Als Schnitt habe ich Eddystone von Itch to Stitch gewählt, nachdem ich diverse Jeansschnittmuster ins Auge gefasst und miteinander verglichen hatte. Für Eddystone habe ich mich aus drei Gründen entschieden
1. Sie hat genau das Design das mir vorschwebte, höher geschnitten mit engerem Bein und für leicht stretchigen Jeans ausgelegt
2. Die Mountain View Pull on Jeans von Itch to Stitch passt mir ohne Änderungen schon fast perfekt. Deshalb war meine Hoffnung groß auch mit der Eddystone keinen totalen Reinfall zu erleben
3. Ich mag die Anleitungen von Itch to Stitch, die sehr ausführlich sind. Tatsächlich hätte ich mir die Anleitung für meine erste Jeans sogar noch ausführlicher gewünscht, denn beim Nähen des Reißverschlussschlitzes bin ich ganz schön ins Schleudern gekommen.


Für meine erste Probehose habe ich einen billigen Jeansstoff verwendet, den ich auch noch reduziert für 6€ pro Meter erworben habe. Die vorhandenen 1.7 m Stoff haben mit etwas puzzlen genau gereicht. In Zukunft werde ich aber mindestens 2m Jeans einkaufen, das verringert den Aufwand beim Zuschneiden erheblich. Der Jeans hat eine Dehnbarkeit von 10 % und ist für einen Jeansstoff eher leicht.

Das Nähen des Reißverschlussschlitzes war für mich eine größere Herausforderung. Wenig hilfreich war dabei, dass der Schlitz für die Eddystone anders genäht wird als bei meinen vorhandenen Jeans, sodass ich mir das fertige Resultat nicht anschauen konnte. Wenn ich der Anleitung stur gefolgt wäre, wäre mir der Schlitz vielleicht schon beim ersten Anlauf geglückt. Weil ich aber versucht habe mitzudenken ist mir ein fataler Fehler unterlaufen. Die Schrittnaht wird nämlich zuerst geheftet und der Schlitz praktisch gearbeitet, während die Vorderseite zugenäht ist. Zum Schluss wird die Naht wieder aufgetrennt und man kann mit den anderen Nähschritten weiter arbeiten. Ich habe die Heftnaht zu früh geöffnet und damit war es nicht mehr möglich den Schlitz sauber zu arbeiten. Das Resultat sah grauenhaft aus, sodass ich alles nochmal aufgetrennt und bei zweiten Mal wirklich Schritt für Schritt genau nach Anleitung genäht habe. Das Resultat ist ein sauberer Reißverschlussschlitz. Die restliche Hose war nicht schwer zu nähen. Da es eine Probehose ist, habe ich auf die Münztasche verzichtet.


Mit der Passform bin ich ziemlich zufrieden. Dazu muss ich erwähnen, dass ich eine schwierige Hosenfigur habe und mir gekaufte Hosen nie perfekt passen. Die Probleme die ich auch meist bei Kaufhosen habe, zeigen sich auch bei diesem Schnitt. Einige kleine Korrekturen habe ich direkt vorgenommen. So war etwas zu viel Stoff im vorderen Schnitt, den ich weg genommen habe, während hinten ein leichtes "Arsch frisst Hose" Phänomen so beobachten war. Hier habe ich etwas mehr Raum gegeben, bei 1.3 cm Nahtzugabe kein Problem. 

Vorne sitzt die Hose nun wirklich sehr gut. An der hinteren Passform werde ich bei einer weiteren Hose noch arbeiten. Hier sitzt zu viel Stoff am Beinansatz, während der Oberschenkel unschöne Falten wirft. Auch im Bereich des Sattels ist zu viel Material. Hier müsste ich eine Hohlkreuzanpassung machen. Was mich aber am meisten stört ist, dass die Hose zu kurz geraten ist. Das hat mich etwas überrascht, denn die Mountain View Hose von Itch to Stitch passt mir in der Länge sehr gut. Ich vermute, dass das zum Design der Hose gehört. Ich habe so knapp gesäumt wie möglich und so 1 cm Länge gewonnen, besser würden mir aber 3-4 cm mehr gefallen. 


Dieses Jahr möchte ich mich intensiv mit dem Thema Jeans beschäftigen, an der Passform arbeiten und verschiedene Schnitte testen. Einige Schnitte habe ich mir über die Jahre schon angesammelt. Habt ihr Empfehlungen welche Schnitte ich unbedingt testen sollte? Und wo bekomme ich hochwertige Jeansstoffe? Habt ihr vielleicht auch Lust euch näher mit dem Thema Hosen zu beschäftigen? 

Stolz auf meine erste selbstgenähte Jeans reihe ich mich beim MeMadeMittwoch ein.

Habt einen schönen Tag

Eure Julia