Mittwoch, 1. Juni 2022

Rhapsody Blouse - Love Notions

Heute ist wieder MeMadeMittwoch und wir zeigen unsere selbstgenähten Kleidungsstücke. 

Im Mai habe ich eine Zusammenfassung der missglückten Nähprojekte zum MeMadeMittwoch gezeigt. Heute möchte ich zwei Blusen vorstellen die mir ausgesprochen gut gefallen und die das Zeug zur Lieblingsbluse haben.


Schon seit einiger Zeit bewundere ich Blusen die nach dem Schnitt Rhapsody von Love Notions entstanden sind. Es gibt zahlreiche Beispiele Bei Bloggerinnen, auf Instragram und Youtube und so habe ich bei letzten Sale von Love Notions zugeschlagen und mir das Schnittmuster geholt.


Die erste Version entstand aus einem Viskosestoff den ich bei Stoffetauschen.com second-hand für wenig Geld erstanden habe. Da Animal Print nicht so mein Ding ist, habe ich den Stoff für meine erste Probeversion verwendet.


Bei der Größe habe ich mich für XL entschieden, obwohl ich von meinen Maßen an der Grenze zur nächst größeren Größe liege. Ich mag es nicht zu sackig und entscheide mich deshalb meist für die kleinere Größe, wenn ich zwischen den Größen liege. Tatsächlich ist die Probebluse ein klein wenig eng im Bereich oberhalb der Brust/unterhalb der Ärmel und auch an den Schultern könnte sie etwas breiter sein. Sollte ich die Bluse noch einmal aus ähnlichem Stoff nähen, werde ich eine Größe größer zuschneiden.


Weil mir meine Probebluse so gut gefällt, habe ich gleich noch eine weitere Rhapsody Bluse zugeschnitten. Diesmal aus Musselin und da ich wusste, dass dieser Stoff etwas nachgeben und "wachsen" wird, habe ich wieder Größe XL gewählt, obwohl mir die Viskosevariante etwas eng ist. Für diesen Stoff bin ich mit der Größenwahl sehr zufrieden, denn die Bluse sitzt perfekt.


Bei diese Bluse habe ich den Saum etwas verlängert, indem ich nicht durch umnähen gesäumt habe sondern eine Versäuberung mit Schrägband gewählt habe. 
Die Bluse ist sehr einfach zu nähen, da weder Reißverschlüsse noch Knöpfe verwendet werden. Der Halsausschnitt wird mit Schrägband versäubert. Optional kann das Schrägband zu Bindebändern verlängert werden. Diese Variante habe ich für beide Blusen gewählt. Die Seitennähte der Bluse werden mit französischen Nähten gearbeitet. Deshalb ist dort eine andere Nahtzugabe als an den anderen Kanten. Bei dem Musselin habe ich keine französischen Nähte genäht, weil ich keine zu wulstigen Nähte habe wollte. Für Viskosestoff oder andere feine Stoffe ist diese Verarbeitung natürlich perfekt. Hier würde ich allerdings das nächste Mal auch Die Ärmel mit dieser Technik einsetzen (und entsprechen mehr Nahtzugabe geben).


Der Schnitt bringt auch eine Kleidvariante mit und hat X verschiedene Ärmeloptionen. Ich habe bei der Leo Variante den "Cap Sleeve" gewählt, das ist allerdings kein klassischer Kapärmel sondern ein kurzer Ärmel und bei der Musselinvariante den "Short Sleeve", der etwas länger als der Cap Sleeve ist. 

Es gibt übrigens sehr gute Youtube Tutorials zu dieser Bluse, z.B. direkt auf dem Kanal von Love Notions aber auch bei Lifting Pins and Needles. 

Wenn ich dazu komme, werden noch drei weitere Rhapsody Blusen folgen. Hier liegen ein Stretch-Seidenstoff, ein Viskosestoff und ein Chiffon bereit, die sich perfekt für diesen Schnitt eignen würden. 

Habt einen schönen Mittwoch
Eure Julia


Mittwoch, 4. Mai 2022

Meine missglückten Nähprojekte

Heute ist wieder MeMadeMittwoch und die Nähgemeinschaft zeigt ihre schönen Kreationen.

Auch bei mir sind in diesem Jahr sind schon einige selbstgenähte Kleidungsstücke entstanden. Einige davon waren ein voller Erfolg, manche sind mir aber auch aus verschiedenen Gründen nicht gut gelungen. Von diesen misslungenen Werken möchte ich heute berichten. Keines davon ist so schlecht, dass es völlig untragbar wäre, aber sie sind eben auch nicht so geworden wie von mir erhofft.


Den Anfang macht das Knotentop von Sewera. Schon lange hat mir kein Werk mehr so viele Probleme bereitet. Ich hatte hier den Knoten nicht nur im Shirt sondern auch im Kopf. Da ich noch nie ein Shirt mit Knotenkonstruktion genäht hatte, habe ich einen sehr günstigen Viskosejersey vom Stoffmarkt (3€/m) als Probestoff verwendet. Schon beim Ausdrucken und Kleben des Schnittes war ich nicht bei der Sache, denn am Ende fehlte mir der Ärmel, was ich erst beim Zuschneiden bemerkte. Damit fing es aber erst an, denn beim Zuschneiden konnte ich nicht identifizieren wie genau ich die gewählte Version zuschneiden sollte. In der Anleitung konnte ich zwei verschiedene Variationen identifizieren auf dem Schnittmuster selbst waren aber drei Varianten angegeben. Ich schnitt dann das zu was mir in dem Moment am logischsten erschien, das obere Vorderteil in zwei Teilen, das untere Vorderteil im Bruch.


Dann habe ich versucht das Shirt nach der Anleitung zu nähen und kam auf keinen grünen Zweig. Endlich dachte ich die Konstruktion verstanden zu haben, doch beim Schließen der Seitennähte musste ich feststellen, dass alles nicht zusammen passte. Zudem lies sich der sehr dehnbare Viskosejersey nur schlecht vernähten, meine Overlock mochte ihn nicht, die Coverlock ging in den Streik, nur meine normale Nähmaschine wurde mit dem Stoff einigermaßen fertig. Ich war kurz davor das Teil einfach in den Mülleimer zu werfen und das Schnittmuster zu verbrennen, aber es lies mir keine Ruhe. Ich wollte dieses Shirt einfach nahen und so trennte ich am nächsten Tag alles nochmal auf (ja, den dünnen Viskosejersey!) und nähte dann tatsächlich alles richtig zusammen. Kurz vor Schluss passierte es mir dann noch, dass ich beim Fadenabschneiden in den Stoff schnitt und deshalb das Shirt deutlich kürzen musste. Weil ich keine Lust hatte, den Halsausschnittbeleg nochmal anzunähen, habe ich den Saum kurzerhand umgebügelt und gecovert, im hinteren Halsausschnitt habe ich dabei durchsichtiges Gummiband mitgefasst. Genau darf man nicht hinschauen, denn die Cover hatte wirklich zu kämpfen, aber aus der Entfernung sieht der Ausschnitt gar nicht so schlecht aus. 

Ich bin sehr froh, dass ich mich durchgebissen habe und nun weiß wie das Shirt zu nähen ist. Wegen des vermurksten Ausschnittes und der zu kurzen Länge werden ich das Shirt wahrscheinlich  nicht tragen, aber ich möchte auf jeden Fall eine weitere Version nähen, denn der Schnitt sitzt richtig toll an mir. 


Nummer zwei der Pleiten, Pech und Pannen ist ebenfalls ein Teil aus Probestoff vom Stoffmarkt (diesmal ein Coupon zu 5€). Hier habe ich den Schnitt Lyon von Tessuti getestet um ihn potentiell aus einem teuren Wollwalk nachzunähen. Schon beim Kaufen des Schnittes ergab sich das erste Problem. Laut Maßtabelle passe ich ihn Größe 16. Den Schnitt gibt es in zwei Größenumfängen, wobei die 16 die überlappende Größe ist. Ich habe mich für den Schnitt mit den größeren Größen entschieden und es nach dem Nähen des Probeteils bereut, da ich eher auf eine Größe kleiner gehen würde sollte ich den Schnitt noch einmal nähen. Auch bei diesem Schnitt habe ich versäumt die Ärmel auszudrucken, da diese sich in einer separaten Datei befinden. Nicht einmal beim Zuschnitt habe ich bemerkt, dass mir die Ärmel fehlen und so musste ich am Ende einen Ärmel zusammenstückeln. Überrascht war ich davon, dass der Schnitt mit der Hand gezeichnet und dann digitalisiert wurde. Ich weiß zwar, dass das kein Qualitätskriterium für die Schnittkonstruktion ist, aber im 21. Jahrhundert kommt mir ein Handgezeichneter Schnitt doch irgendwie unprofessionell vor. Genervt war ich auch davon, dass die Maßangaben nur in Inch angegeben sind und ich umrechnen musste. Da mit unterschiedlichen Nahtzugaben gearbeitet wird, musste ich immer mal wieder den Umrechner bemühen. Auch das ist natürlich kein Qualitätskriterium für den Schnitt, aber es gibt einige Schnittmusterdesignerinnen die sowohl Inch als auch cm Maße angeben.

Die Anleitung der Jacke ist sonst sehr gut und verständlich und die Konstruktion raffiniert und ausgefeilt. Es hat wirklich Spaß gemacht die Jacke zu nähen. Die Kanten werden offenkantig verarbeitet und die Teile werden meist nicht rechts auf rechts sondern rechts auf links verarbeitet, sodass flache Nähte entstehen. Warum ich die Jacke trotzdem nicht tragen werde hat zwei Gründe. Zum einen gefällt mir die Form der Jacke nicht an mir. Ich finde sie zu kastig und auch etwas zu groß und insgesamt einfach nicht vorteilhaft. Zum anderen ist der Teddyplüschstoff außen zwar kuschelig weich, innen aber unangenehm kratzig. Für meine geplante Walkjacke werde ich wohl doch nach einem anderen Schnitt Ausschau halten.


Mein drittes missglücktes Teil wollte ich für den Stoffspiele Sew-Along von Grenzgänger Design nähen, wurde dann aber wegen meiner Covid Erkrankung nicht rechtzeitig fertig. Ich konnte es aber noch für die #Sewfrugal22 Challenge auf Instagram einbringen, denn das Shirt habe ich nach dem kostenlosen Schnittmuster Galaxy Tee von PatternScissorsCloth genäht. Mir gefiel die Idee einen gestreiften Jerseystoff mit Spitze für die gepufften Ärmel zu kombinieren. Das Schnittmuster und die Anleitung sind wirklich gut. Mir ist das Shirt an den Schultern etwas zu breit, das ist aber eine Anpassung die ich bei Oberteilen öfter vornehmen muss. Aus Stoffmangel musste ich das Shirt kürzen, was mir leider nicht so gut gefällt. Auch ist die Kombination aus dem gestreiften Jersey und der dunkelblauen Spitze nicht so harmonisch geworden wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch finde ich den hohen Halsausschnitt nicht so vorteilhaft für mich. Der Jersey ist aus einem Lillestoff Glückspaket, also für wenig Geld erworben und die Spitze hatte ich noch von einem anderen Projekt übrig. Wahrscheinlich werde ich den Schnitt nicht noch einmal nähen, weil es Shirtschnitte gibt die mir besser passen, aber die hübschen Puffärmel werde ich evtl. noch einmal verwenden und an einen anderen Schnitt basteln.


Das letzte Teil in der Runde ist das Mandy Boat Tee von Tessuti. Hier habe ich v.a. den falschen Stoff gewählt, denn der Baumwolljersey von Lillestoff ist relativ dick und steif und trägt bei dem kastigen Schnitt ziemlich auf. Das Mandy Boat Tee ist ein kostenloser Schnitt und ein absoluter Klassiker in der internationalen Social Media Nähszene. Insgesamt ist mir der Schnitt aber für ein Shirt grundsätzlich zu kastig und die Ärmel sind sehr eng. Der Schnitt ist sonst OK und die Anleitung ist gut. Mir gefällt der hübsche U-Botausschnitt, den ich evlt. für andere Schnitte ausborgen werde. 


Da ich auch diesem Stoff günstig erworben hatte und mich die Farben nicht überzeugten, habe ich es nicht bereut den Schnitt ausprobiert zu haben. 


Ich hoffe euch hat dieser etwas andere Beitrag gefallen. Mein Fazit ist, dass die Jacke nicht noch einmal nähen werde, von den Shirts vielleicht einzelne Elemente wieder verwende und das Knotenshirt unbedingt noch einmal nähen möchte, nachdem ich nun verstanden habe, wie der Schnitt zusammengesetzt wird.

Übrigens hat meine 7-jährige Tochter die beiden ersten Kleidungsstücke abgelichtet. Das hat sie wirklich gut gemacht.

Haltet die Nase in den Wind in die Ohren steif.

Eure Julia

Dienstag, 26. April 2022

KSAL22 April - Rock

 Diesen Monat konnte ich meine Vorhaben zum Kleider Sew-Along von Augensternswelt verwirklichen und habe den Rock Anna aus der Fibre Mood 6 genäht. Allerdings bin ich von meinem ursprünglichen Plan abgewichen ein nicht tragbares Probeteil zu nähen und dann den finalen Rock aus einem Jeansstoff zu nähen. Ich hatte keine Lust etwas zu nähen, das ich am Ende nicht tragen kann und habe deshalb einen tragbaren Proberock genäht.


Dafür habe ich einen Stretch-Baumwollstoff verwendet, den ich auf dem letzten Stoffmarkt letztes Jahr in Karlsruhe für kleines Geld gekauft habe (ich glaube 3 €/m). Davon hatte ich allerdings nur 1.5 m und ich musste den Rock um 13 cm kürzen. Er ist für einen Jeansrock trotzdem noch ziemlich lang.

Eine weitere Anpassung habe ich direkt gemacht und den geraden Saumbund in einen Formbund geändert. Dazu habe ich das Schnittteil in regelmäßig in kleine Falten gelegt und so den Umfang des oberen Bundrandes um ca. 2 cm reduziert. Der Bund passt mir so perfekt. Davon abgesehen habe ich Größe 48 ohne Änderungen genäht. 



Die Gesäßtaschen habe ich etwas verziert, obwohl es in dem unruhigen Muster nicht so gut erkennen ist. Den Reißverschlussschlitz habe ich nach diesem Youtube Tutorial genäht. Nach dieser Technik ist es überhaupt kein Problem den Schlitz zu nähen. Sonst bin ich der Anleitung von Fibre Mood gefolgt, die ich ausreichend fand. Allerdings habe ich auch schon einige Jeans genäht und kenne die Arbeitsschritte. 


Wie erwartet passt mir der Rock noch nicht perfekt, aber besser als die meisten gekauften Röcke die ich jemals besessen haben. Das Größte Problem ist der Überschüssige Stoff in meinem Kreuz. Hier muss ich bei der nächsten Version eine Hohkreuzanpassung machen. das ist eine Standardanpassung die ich bei fast jedem Schnitt machen musss. Davon abgesehen sind es nur Kleinigkeiten die etwas angepasst werden könnten. Da der Stoff relativ steif ist, steht der hintere Bund etwas ab, weil er der Form meines Körpers folgt. Hier könnte ich die Mittelnaht noch etwas anpassen.


Ich bin froh, dass ich den Rock gekürzt habe, denn in Midilänge hätte ich ihn wahrscheinlich nicht getragen. Wahrscheinlich würde ich eine weitere Version sogar noch weiter kürzen, sodass er bis kurz über die Knie reicht. 


Weil ich den Stoff relativ spontan für den Rock ausgewählt habe, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, ob ich Oberteile habe, die sich dazu kombinieren lassen. Als ich ihn dann fotografieren wollte, habe ich nichts gefunden, was mir dazu wirklich gut gefiel. Mir fehlen eindeutig einfarbige Oberteile.

Da es schon dunkel wurde hat es nur noch für ein einziges Foto gereicht.

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Mittwoch, 20. April 2022

Kleidung-SEWALONG März - Rock - meine Pläne

Der Kleidung-SewAlong von Augensterns Welt geht in die nächste Runde. Im April nähen wir zusammen Röcke.
Ein neuer Jeansrock ist bei mir schon lange in der Planung, denn ich trage Jeansröcke wirklich gerne und habe aktuell keinen der mir richtig gut passt. Ich besitze seit sicher mehr als 10 Jahren einen klassischen Jeansrock aus Stretchjeans den ich wirklich viel getragen habe. Durch den Stretchanteil hat er Gewichtsschankungen von +- 10 kg locker mitgemacht. Wirklich gut gepasst hat er mir allerdings nie, denn durch mein Hohlkreuz stand der rückwärtige Bund immer etwas ab. Warum ich bisher keinen Jeansrock genäht habe ist mir ein Rätsel, denn ich würde ihn sicher sehr viel tragen. 

Als Schnitt habe ich mir Anna aus der Fibre Mood herausgesucht, ein ganz klassischer Jeansrock, der aber etwas länger geschnitten ist. Ob ich die Originallänge beibehalte oder auf klassische Jeansrocklänge kürze, werde ich nach der Anprobe entscheiden. Zuerst muss ich aber ein Probeteil nähen, denn an meiner unteren Körperhälfte passt Kleidung selten ohne Anpassung.

Rock Anna, Quelle: Fibre Mood


Für den Rock werde ich einen Stretchjeans von Stoff & Stil gewählt, den ich 2020 in Lübeck gekauft habe. In diesem Urlaub war ich in Hannover bei Lillestoff und in Lübeck bei Stoff und Stil und habe unglaublich viel Stoff gekauft. Bis auf den Jeansstoff habe ich tatsächlich alles verarbeitet. 

Die erste Hürde habe ich schon genommen und das Schnittmuster abgepaust und ausgeschnitten. Schnitte aus der Fibre Mood abzunehmen gehört nicht gerade zu meiner Lieblingsbeschäftigung, denn die Schnitte sind über mehrere Schnittbögen verteilt und es besteht die Gefahr ein Schnittteil zu übersehen. Hier würde ich mir eine übersichtlichere Gestaltung wünschen oder einen Hinweis im Heft auf welchen Schnittbögen welche Schnittteile zu finden sind. Auch habe ich es nicht geschafft am Bund alle Markierungen zu übertragen, weil es einfach zu viele Markierungen waren und die Signatur bei den kleinen Markierungsstrichen nicht klar zu erkennen war. Hier werde ich wohl an den Schnitteilen nochmal abmessen und markieren müssen, um den Bund korrekt anzunähen. 

Mein Plan ist schon am abgepausten Schnitt ein paar Änderungen vorzunehmen bevor ich das Nesselteil nähe. Der Schnitt enthält z.B. einen geraden Bund, den ich zu einem Formbund ändern werde. Hoffentlich reicht es aus weitere Änderungen aus dem Nesselteil abzuleiten und dann direkt den guten Stoff anzuschneiden. 

Den Reißverschluss werde ich nach folgendem Tutorial nähen, nachdem ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht habe. 




Mittwoch, 6. April 2022

Bluse Sea Shells Ottobre

Heute ist wieder der erste Mittwoch im Monat und wir zeigen unsere selbstgenähte Frühlingsgarderobe beim MeMadeMittwoch.

Lange hatte ich schon geplant mir eine weitere Hemdbluse zu nähen und endlich habe ich dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Meine Wahl fiel auf dem Schnitt Sea Shell aus der Ottobre 2/2019, ein einfacher Hemdblusenschnitt mit Kragen, Kragensteg, Manschetten, angeschnittener Knopfleiste und Rückenpasse. 


Auf dem letzten Stoffmarkt in Karlsruhe habe ich einen sehr günstigen Probestoff aus Viskose gekauft, der einige kleine Druckfehler hat, die bei dem lebhaften Muster aus rostrot, dunkelblau und leberwurstmauve kaum auffallen. Obwohl es ein Probeteil werden sollte, habe ich mir beim Zuschneiden große Mühe gegeben und einlagig auf einem alten Betttuch zugeschnitten. Die Viskose ist von der flutschigen Sorte und ich wollte ein Verziehen vermeiden. 

   
Ich habe mich ausgehend von meinem Brustmaß für Größe 48 entschieden und bin mit dieser Wahl zufrieden. Wie erwartet ist die Passform an den Schultern nicht optimal, da ich eher schmale Schultern habe, aber an Brust und Hüfte brauche ich die Weite. Für meine Bequemlichkeit könnte am Rücken sogar noch etwas mehr Weite sein. Für ein nächstes Exemplar werde ich die Schultern etwas verschmälern (ca. 1cm je Seite) und am Rücken eine Falte einbauen, sodass ich dort etwas mehr Weite habe. Die Ärmel werde ich etwas kürzen. Ein schöner Seidenstoff liegt schon für die nächste Hemdbluse bereit.


Auch wenn der Schnitt nicht schwer zu nähen war, hatte ich doch mit dem rutschigen Viskosestoff zu kämpfen. Ich habe akribisch mit vielen Stecknadeln gesteckt und eine dünne Microtexnadel verwendet. 


Die Bluse gefällt mir ausgesprochen gut und ich werde sie in der Übergangszeit sicher gerne tragen.

Donnerstag, 31. März 2022

Kleidungs Sew-Along - Jacken

Im März kamen beim Kleidungs Sew-Along von Augensternswelt Mäntel, Blazer und Jacken an die Reihe. Ich hatte mir die Jacke Lyon von Tessuti vorgenommen und auch zugeschnitten. Doch dann hat Covid unsere Familie für einige Zeit lahm gelegt, erst hat es meinen Mann erwischt, sodass ich meine Vollzeitarbeit und ein Kind zu hause alleine jonglieren musste, dann hat es mich selbst getroffen und ich habe einige Tage überwiegend geschlafen. Nun geht es uns allen wieder gut, aber meine Jacke ist nicht so weit gediehen wie eigentlich geplant hatte. Zum Nähtreffen nach Heidelberg konnte ich leider auch nicht fahren.

Trotz allem kann ich ein fertiges Werk präsentieren. Vielleicht ist euch auf Instagram auch schon die Challenge #sewfrugal22 von @frugalisama und @theyorkshirsewgirl entdeckt. Dabei wird ein kostenloses Schnittmuster aus vorhandenem Stoff genäht und ich habe spontan entschieden den Harper Cardigan von Sinclair Patterns zu nähen und damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Cardigans gehören zu meinen meist getragenen Kleidungsstücken. Ich trage sie zu allen Gelegenheiten, über T-Shirts und Blusen und auch das ganze Jahr über. Über den Harper Cardigan hatte ich nur gutes gelesen und wollte das Schnittmuster endlich selber ausprobieren und wurde nicht enttäuscht.



Das Schnittmuster kommt in einem breiten Größenspektrum und es ist zusätzlich noch für drei verschiedene Körperlängen gradiert. Dazu hat enthält der Schnitt vier Längen (cropped, classic, long und duster) und drei verschiedene Ärmellängen (kurz, 3/4, lang). Optional können Taschen aufgesetzt werden. Der Cardigan wir offen getragen. Im PDF können Ebenen ausgeblendet werden, sodass nur die Größenlinien zu sehen sind die gebrauch werden und die Anleitung ist klar und verständlich. Es werden neben Körpermaßen auch die Maße des fertigen Kleidungsstückes angegeben (in inch und cm). 



Ich habe mich für für Größe 16 entschieden in die meine Maße perfekt hinein passen. Obwohl ich von der Körpergröße her in die größte Länge fallen würde, habe ich mich für die mittlere Länge entschieden, weil ich einen kurzen Oberkörper und kurze Arme habe. Mit meiner Einschätzung lag ich goldrichtig, denn der Cardigan passt mir perfekt.

Ich bin von dem Schnitt wirklich begeistert und kann ihn guten Gewissens weiter empfehlen. Ein besseres kostenlose Ebook wird kaum zu finden sein und mir gefällt der Schnitt tatsächlich so gut, dass er mein Standard Cardiganschnitt werden wird. 



Der Stoff ist ein dicker Doppelstrick (Viscosemischung) aus dem örtlichen Stoffladen, der aus zwei Lagen besteht. Der Schnitt ist auf leichte bis mittelschwere Strickstoffe auslegt, aber mein schwerer Strick hat auch gut funktioniert. Nur meine Nähmaschine und Overlock kamen an ihre Grenzen, wegen der Dicke des Stoffes vor allem an den Stellen an denen sechs Lagen aufeinandertrafen. Meine Coverlock habe ich deshalb gar nicht erst bemüht sondern die Nähte mit der Nähmaschine abgesteppt. Die Taschen habe ich wegen des dicken Stoffes nicht mit einem Bündchen oben sondern einem Saum genäht. 

Habt ihr Empfehlungen für schöne und hochwertige Strickstoffe für mich? Ich brauche den Harper Cardigan unbedingt noch in weiteren Farben. 

Mittwoch, 2. März 2022

Casual Sweater aus Merinojersey

Heute ist wieder MeMadeMittwoch und wir zeigen voller Stolz unsere selbstgenähten Kleidungsstücke. 

Der Februar stand bei mir ganz im Zeichen kuscheliger Pullis. Insgesamt drei Stück habe ich genäht. 


Heute zeige ich den Casual Sweater von Lillesol & Pelle. Ein Exemplar aus Sommersweat begleitet mich schon den ganzen Winter. Nun habe ich noch einen weiteren aus Merinojersey genäht. Der Stoff ist von Danisch Pur und nennt sich Amaranth-Cino. Diese Qualität habe ich schon mehrfach vernäht und bin begeistert. Selbst auf meiner empfindlichen Haut kann ich diese Wolle ohne Probleme tragen und für einen Wollstrick ist der Stoff relativ robust und langlebig. 


Den Sweater habe ich in Größe 48 ohne Änderungen genäht in der kurzen Version und ohne Kapuze. Die Bündchen habe ich aus dem selben Merinojersey zugeschnitten.


Der Pulli wird heiß und innig geliebt und es besteht großes Wiederholungspotential.